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Februar 9, 2011

Schriften in Pfade konvertieren

Layout und Daten — Schlagwörter: ,

Schriften in der graphischen Produktion

Für die Gestaltung stehen heutzutage die unterschiedlichsten Schriften aus den verschiedensten Quellen zur Verfügung. Ein Teil der Schriften wird bereits mit dem Betriebssystem bereitgestellt, weitere Schriften kommen bei der Installation der Grafiksoftware hinzu. Wenn zusätzlich Schriften käuflich erworben oder aus dem Internet geladen werden, finden sich auf dem System am Ende vermutlich eine Vielzahl an unterschiedlichsten Schriftarten und Schriftdateiformaten (TrueType, OpenType, Type1, PostScript, etc.).

Nicht alle Schriften sind aus lizenzrechtlichen Gründen zur Weitergabe an die Druckerei geeignet oder können auf dem System in der Fertigung nicht fehlerfrei eingelesen werden. Einige Schriften sperren sich bereits beim Versuch, diese in eine PDF-Datei einzubetten, andere eingebettete Schriften mutieren in der Druckvorstufe zu kryptischen Sonderzeichensammlungen, usw.

Um diese und viele weitere Probleme in der Druckvorstufe bzw. im RIP der Druckmaschine mit Schriften zu vermeiden, empfiehlt es sich dringend, vor der Datenübergabe alle im Dokument enthaltenen Textobjekte in Pfade zu konvertieren. Jedes gängiges Grafikprogramm bietet hierzu entsprechende Funktionen an.

Bilderserie Schriftenkonvertierung in Adobe Illustrator®

Bilderserie Schriftenkonvertierung in Adobe InDesign®

Bilderserie Schriftenkonvertierung in CorelDRAW®

Nach der Konvertierung liegen alle Schriften als Konturen / Vektorgrafiken vor und lassen sich nicht mehr editieren. Die Ursprungsdatei sollte daher vor der Konvertierung separat gesichert werden.

Vorgehensweise in Adobe Illustrator®

  1. Prüfung, ob Objekte im Dokument gesperrt oder auf gesperrten Ebenen liegen. Aufhebung aller Sperrungen.
  2. Über die Dokumenteninformation (Fenster >> Dokumenteninformation) lässt sich in Erfahrung bringen, ob und welche Schriftarten im Dokument verwendet werden.
    Dokumenteninformation
  3. Mit der Auswahlfunktion Auswahl >> Objekte >> Textobjekte lassen sich alle im Dokument verwendeten Schriften auswählen.
    Auswahl aller Textobjekte
  4. Über die Funktion Schrift >> In Pfade umwandeln werden die Schriften konvertiert und liegen anschließend als Vektoren/Pfade vor.
    Schrift in Pfade umwandeln

Vorgehensweise in Adobe InDesign®

  1. Die Funktion “Schriftart suchen” im Menü Schrift zeigt alle im Dokument verwendeten Schriften an. Diese Funktion sollte nach der Konvertierung nochmal aufgerufen werden, um zu prüfen, ob alle Schriften im Dokument konviertiert wurden.
    Schriften im Dokument suchen
  2. Im Fenster Schriftart suchen werden die Schriften aufgeführt, die im Dokument verwendet werden. Im Dokument platzierte PDF oder EPS-Dateien mit ggfs. darin eingebetteten Schriften werden hier nicht angezeigt!
    Schriftart suchen
  3. Mit der Funktion Bearbeiten >> Alles auswählen werden alle Objekt im Dokument aktiviert. Ggfs. müssen Sperrungen von Objekten und/oder Ebenen aufgehoben werden.
    Alles auswählen
  4. Mit der Funktion Schrift >> In Pfade umwandeln werden alle Textobjekte der Auswahl in Pfade konvertiert.
    Schriften in Pfade umwandeln

Adobe product screenshot(s) reprinted with permission from Adobe Systems Incorporated.
Adobe Illustrator, Adobe InDesign, Adobe Phothoshop and Adobe Freehand are either registered trademarks or trademarks of Adobe Systems Incorporated in the United States and/or other countries.


Vorgehensweise in CorelDRAW®

  1. Über das Menü Text >> Textstatistik lassen sich Informationen über die im Dokument verwendeten Schriften abrufen.
    Corel Draw Textstatistik
  2. Mit der Auswahlfunktion Bearbeiten >> Alles auswählen >> Text lassen sich alle Textobjekte im Dokument auswählen.
    Corel Draw gesamten Text auswählen
  3. Die Funktion Text >> In graphischen Text konvertieren verwandelt die Schriftzüge in Pfade.
    In graphischen Text konvertieren

Screen shot(s) are Copyright (c) 2000 Corel Corporation, reprinted by permission.
CorelDRAW are trademarks or registered trademarks of Corel Corporation and/or its subsidiaries in Canada, the United States and/or other countries.


Auf die Dokumentation der Vorgehensweise in Adobe Freehand® haben wir verzichtet, da das Programm nicht mehr weiterentwickelt wird. Adobe Photoshop® fehlt hier ebenfalls, dieses Programm ist hervorragend für die Bildbearbeitung aber weniger gut für die Erstellung von Layoutvorlagen und Vektorgrafiken geeignet.

Erstellen von Plotdaten

Wir wollen Ihnen an dieser Stelle kurz beschreiben, wie Sie fehlerfreie Daten für die Verarbeitung auf Schneidplotanlagen erstellen bzw. prüfen können.

Erstellen/Prüfen von Plotdaten

Ein Plotter (von engl. plot = zeichnen), ist ein Aus­gabe­gerät, das technische Zeichnungen und Vek­tor­grafiken auf verschiedenen Medien darstellt. Andere Daten­formate sind nicht interpretierbar. Beim Schneide­plotter werden die Konturen/Pfade der Vektor­grafiken mit einem Messer in eine Beschrif­tungsfolie geschnitten.

Vektorgrafiken bestehen aus Punkten und Verbindungen zwischen ihnen (Linien, Gera­den oder auch Kurven). In Adobe Illustrator® stehen Ihnen zum Kombinieren von Vektorobjekten zu Formen zahlreiche Optionen zur Verfügung. Das Aussehen der resultierenden Pfa­de oder Formen hängt dabei von der gewählten Kombi­nationsmethode ab.

1. Erstellen von Plotdaten in Adobe Illustrator®

  1. Schriften in Pfade konvertieren.
    Schriftblock markieren, Menü Schrift > In Pfade umwandeln
    Bei mehreren Blöcken ist die Funktion Menü Auswahl > Objekte > Textobjekte sehr nützlich. Hiermit werden alle Schriften im Dokument ausgewählt.
  2. Pfade/Linien in Konturlinien umsetzen.
    Die Linie markieren > Menü Objekt > Pfad > Konturlinie
  3. Objekte/Formen verschmelzen bzw. zusammenfügen
    Die sich überlappenden Objekte, Formen oder Pfade markieren,
    in der Pathfinder-Palette auf das Symbol „Verdeckte Flächen entfernen“ bzw. „Überlappungsbereich entfernen“ klicken

Hinweise

Mit dem Zeichenstift-Werkzeug können Sie übrig­gebliebene Überlappungen nachträglich korrigieren.

Alle Objekte, die durch die Pathfinder-Werkzeuge um­­gewandelt wurden, werden automatisch gruppiert. Für die weitere Bearbeitung der einzelnen Objekte, müssen Sie die Gruppierung aufheben. Alle Objekte sind nun einzeln auswählbar und zu bearbeiten. Ggfs. müssen Sie noch die sogenannten “zusammengesetzten Pfade zurückwandeln“.

2. Prüfen von Plotdaten in Adobe Illustrator®

Für eine korrekte Plotdatei müssen folgende Dinge beachtet werden: Dokumenteninformation

  1. Das Dokument in der Pfadansicht auf nicht verwendete oder ungeeignete Objekte überprüfen.
    Strg + Y (wechselt in die Pfadansicht)
  2. Das Dokument muss maßstabsgerecht angelegt sein, Verkleinerungen sind erlaubt.
    z.B. 1:2, 1:3 usw.
  3. Der Farbmodus muss in CMYK angelegt sein.
    Datei > Dokumentfarbmodus
  4. Pixelbilder sind verboten, da sich der Schneidplotter nur an den Pfaden orientiert.
  5. Alle Pfade und Formen müssen miteinander verschmolzen bzw. zusammengefügt sein.
  6. Schriften müssen konvertiert sein.
  7. Linien dürfen die Dicke von mindestens 1 mm nicht unterschreiten, da
    - die Beschriftungsfolie beim Montieren reißt
    - die Schriften und Formen sich nicht ausheben lassen
    - sich die Klebkraft durch eine zu geringe Grundfläche verringert
  8. Die Dokumenteninformation weist u.a. auf noch vorhandene Schriften oder Bilder im Dokument hin.
    Fenster > Dokumenteninformation > über den kleinen Pfeil auf Schriften bzw. „Eingebettete/Verknüpfte Bilder“ klicken.
    Die Option „Nur Auswahl“ sollte immer deaktiviert sein, damit die Informationen des gesamten Dokuments abgefragt werden.
    Es dürfen sich keine Schriften/Bilder im Dokument befinden.

Erstellen von Druckdaten

Das häufigste Druckverfahren im Bereich der Außenwerbung ist der digitale Solventdruck. Dieses Tintenstrahldruckverfahren mit lösemittelhaltigen Tinten hat bestimmte Anforderungen an die digitalen Druckvorlagen, die Sie uns liefern oder die von uns erstellt werden. Die wichtigsten Parameter sind hier aufgeführt:

Vorbereitungen im jeweiligen Grafikprogramm

  • Entfernen Sie alle Elemente, die nicht produziert werden (Aufräumen der Datei).
  • Prüfen Sie Schriftgrößen und Linienstärken in Ihrem Layout.
    Hier gibt es keine allgemeinen Regeln. Je gröber der Bedruckstoff (z.B. Textilbanner, Netzvinyl, etc.) desto stärker sollten die Linien und Schriften angelegt sein.
    Erfragen Sie die passenden Richtwerte zu Ihrem Projekt!
  • Prüfen Sie den Farbraum des Dokumentes. Dieser muss in CMYK angelegt sein.
    Beim nachträglichen Umstellen werden Ihre Farben konvertiert. Prüfen Sie anschließend die Farbwerte.
  • Konvertieren Sie angelegte Sonderfarben (Pantone, HKS, etc.) in CMYK.
  • Reduzieren Sie das Dokument auf eine Ebene (“Auf Hintergrundebene reduzieren”).
  • Wählen Sie alle Schriften im Dokument aus und konvertieren Sie diese in Pfade.
  • Überprüfen Sie Verknüpfungen zu verlinkten Dateien.
    Insbesondere sollten diese über den gleichen Farbraum verfügen (CMYK) und ebenfalls keine Schriften enthalten (z.B. bei eingefügten EPS/PDF-Dateien). Dokumententinformation

Technische Angaben

  • Achten Sie auf PostScript-Kompatibilität (Level 2 oder 3)
    Die gängigsten, aktuellen Grafikprogramme (Adobe Creative Suite®, CorelDRAW®) bringen diese Unterstützung mit.
  • Achten Sie bitte bei der Bildauflösung von Pixelbildern (z.B. JPEG, TIFF) auf eine Auflösung von mindestens 72dpi, besser 144dpi;
    berücksichtigen Sie dabei auch den Maßstab - z.B. eine Auflösung von mindestens 720dpi im Maßstab 1:10
  • Um ein “satteres” Schwarz zu bekommen, legen Sie es bitte mit den CMYK-Farbwerten 40/40/40/100 an.
  • übersteigt das Format die Abmessungen 5,0m x 5,0m, legen Sie das Dokument bitte in einem Maßstab wie 1:2, 1:10 oder 1:100 an.
  • Farbverläufe müssen PostScript-kompatibel angelegt sein. Adobe unterstützt dies, in Freehand gibt es leider immer wieder Probleme.
  • Wenn Sie Transparenzen verwenden, müssen diese reduziert werden.
    Ist das Dokument im Maßstab 1:1 angelegt, wählen Sie die Einstellung “mittlere Auflösung”, wenn Ihr Programm hierfür 150dpi als Wert hinterlegt hat.
    Handelt es sich um einen sehr großen Druck mit größerem Betrachtungsabstand, sind auch 72dpi, die sogenannte “geringe Auflösung” ausreichend.
    Bei maßstabsgerechten Dateien müssen Sie ggfs. die Einstellungen für die Transparenzreduzierung im Programm anpassen.

Speichern der Produktionsdatei

  • Speichern Sie Datei als PDF in der PDF-Version 1.3
    Für Adobe-Produkte der Creative-Suite können Sie das folgende Einstellungsprofil verwenden.
    Die Nutzung des Profils erfolgt auf eigene Gefahr und setzt grundlegende Kenntnisse im Umgang mit graphischer Software voraus!
    Downloadlink zum Einstellungsprofil: Digitaldruck 2010
  • Arbeiten Sie mit Programmen außerhalb der Creative Suite ist der PDF-Export ggfs. fehlerbehaftet.
  • Drucken Sie eine PostScript-Datei mit dem Adobe-PS-Treiber, den Sie von der Adobe-Webseite herunterladen können (www.adobe.com/de).
    Die PostScript-Datei lässt sich mittels des Programms Adobe Distiller® in ein drucktaugliches PDF verwandeln.
  • Steht Ihnen der Adobe Distiller nicht zur Verfügung, verwenden Sie bitte den EPS-Export Ihres Programms.
    Erzeugen Sie eine EPS-Datei Ihres Dokumentes in der Version PostScript Level 2 ohne Vorschaubild.
    Erzeugen Sie eine JPEG- oder PDF-Datei zur Ansicht / visuellen Kontrolle Ihrer Druckdatei und liefern Sie diese mit.

Unklarheiten / Herausforderungen

Nicht alle Fälle lassen sich pauschal mit einer Checkliste klären. Fragen Sie uns!

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